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Das Schlimmste, was Eltern passieren kann, ist meiner Meinung nach, ein Kind verlieren zu müssen.

 

In meinen fast vierzig Jahren als Heiler habe ich einige Menschen, darunter auch Freunde, erlebt, die mit einer solche Erfahrung konfrontiert wurden.

 

In den frühen 80er Jahren kam zum Beispiel ein niederländisches Paar, dessen fünfzehnjährige oder sechzehnjährige Tochter vergewaltigt und ermordet worden war, in mein Heilzentrum nach Brüssel. Obwohl dies bereits einige Jahre zuvor geschehen war, litten diese Menschen immer noch sehr stark unter ihrem Verlust.

 

Ich habe das Ehepaar höchstens viermal gesehen und sie Schritt für Schritt verstehen lassen, dass Sterben nicht "Tod" bedeutet, sondern in einem anderen Körper in einer anderen Welt zu leben. Auch, das über das Leben und Sterben unserer Seele entscheidet, genau wie über das Wie und wann. So wählt jeder Mensch den Moment und das Szenario um den Körper zu verlassen immer durch seinem eigenen höheren Bewusstsein.

 

Jesus sagte einmal, dass jede Seele tausend Szenarien zur Verfügung hat, um eine Weise zu finden, um aus dem physischen Körper zu treten. Oft ist die Art und Weise des Sterbens mit Erfahrungen aus anderen Inkarnationen verbunden. Ein gewaltsamer Tod wirkt immer wie ein Spiegel und zeigt uns als Opfer, wie wir selbst einmal in der Rolle des Täters waren.

 

Selbstverständlich kann ich nicht sofort mit offener Tür ins Haus fallen, bei Menschen, die mit einem solchen Problem zu mir kommen. In ein solcher Fall muss man immer sehr vorsichtig sein und die Verarbeitungskapazität der Menschen richtig einschätzen können.

 

Deshalb habe ich mit diesen Menschen zunächst über meine eigenen Erfahrungen in diesem Zusammenhang gesprochen, über die Beziehung zwischen meinen verschiedenen Inkarnationen, die sicherlich nicht immer positiv waren. Ich kenne etwa dreißig Leben, war öfter ein Heiler, Priester, Mönch oder Arzt aber auch hin und wieder skrupelloser Mörder und Dieb, oder suchte nur Ruhm, Macht und Geld. In anderen Leben wurde ich deshalb auch ermordet oder ausgeraubt oder musste wegen Armut, ums Überleben kämpfen. So erlebte ich für mich selbst, aus freiem Willen, was ich einst anderen angetan hatte oder einfach die andere Seite der Medaille.

 

Ich habe auch über den Mut einer Person gesprochen, um sich für solche gewalttätigen Erfahrungen zu entscheiden. Meine Erklärung half dem Ehepaar zu erkennen, dass sich jeder Mensch für das entscheidet, was er erleben möchte, und das erleichterte es wieder, die Wahl ihre Tochter zu verstehen und zu akzeptieren. Es schien, als wäre ihnen eine schwere Last von den Schultern gefallen. Das war bei ihrem letzten Besuch.

 

Am nächsten Tag rief mich die Mutter an und sagte, dass ihre Tochter Sie in der Nacht im Traum erschienen sei und dass das Kind vor Freude strahlte und dass sie nun begriff, dass es auch für das Kind eine gewisse Befreiung bedeutete zu sehen, dass ihre Eltern ihre Wahl akzeptiert hatten.

 

Es kommt auch vor, dass ein Leben an einem dünnen Faden hängt und dass die Seele sich noch nicht entschieden hat, welchen Weg sie gehen soll. Mehr dazu in einem nächsten Artikel.

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